07 Feb

Exkursionsbericht

Am Samstag gab es einen gemeinsamen Ausflug nach Radebeul zu den Ackerflächen von DeinHof. Nach einer kurzen Einführung durch Gärtnerin Lisa ging es dann auch gleich auf den Acker. Mittlerweile bewirtschaftet die Solidarische Landwirtschaft (Sie selbst nennen sich Gemüsecoop.) ein Fläche von 4ha. Über das gesamte Jahr werden davon 150 Ernteanteile mit Gemüse versorgt. Respekt! Inzwischen gibt es verschiedene Abholstationen in Dresden und Radebeul, an denen sich die Mitglieder wöchentlich mit frischem Gemüse versorgen können. Der Rundgang über die Ackerflächen war sehr kurzweilig und es gab immer wieder die Gelegenheit Fragen zu stellen. Im großen Folientunnel konnte das frische Grün von Feldsalat, Postelein und Co. bestaunt werden, die nur geringe Plusgrade benötigen, um munter vor sich hinzuwachsen. Auf besonderen Wunsch der Gartengruppe nahm sich Lisa im Anschluss an die Führung noch Zeit, um uns in die Geheimnisse der Winterlagerung von DeinHof einzuführen. In einem unbeheizten und ungekühlten Lagerraum im Betriebsgebäude lagert ein Großteil der Herbsternte, zumeist in großen Holzboxen, die mit Sand gefüllt sind. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr das Prinzip der Erdmiete ausprobiert. Dazu wurde ein tiefer Graben ausgehoben und mit Holz an den Rändern stabilisiert. Die eingelagerten Kartoffeln und Möhren wurden dann noch mit Stroh und atmungsaktivem Kompostflies „verpackt“, um den Winter draußen zu verbringen. Spannenderweise sind es nämlich die (stromfreien) Lagerungskapazitäten, die ein mögliches Wachstum der Ernteanteile begrenzt. Die Ernteanteile für die Gartensaison sind übrigens alle vergeben. Wer mittelfristig dabei sein möchte, kann sich aber in eine Warteliste eintragen.

 

25 Jan

Komm mit zur SoLaWi „Dein Hof“ !

Damit es uns im Winter auch nicht langweilig wird, haben wir eine spannende Führung bei „deinHof“ organisiert.

Hier erfährst du, was SoLaWi bedeutet, wie es umgesetzt wird, wie und wo das Gemüse angebaut und sinnvoll gelagert wird
und wie es am Ende bei den Verbraucher*innen landet.

Los geht am Samstag, den 02.02.19 um 9:30 Uhr bei deinHof – Niederwarthaer Str. 50 in 01445 Radebeul.

Zur gemeinsamen Anreise treffen wir uns um 8:30 Uhr am Bahnhof Neustadt. (08:43 Bf Neustadt, Gleis 4, RE 2 nach Dresden Hbf –> 08:45 Bf Mitte, Gleis 4 –> 08:51 Bf Mitte, Bus 94 nach Niederwartha –> 09:17 Hp Niederwartha –> 12 min. Fußweg)

Ein Teil der Exkursion findet draußen statt (ca. 45 Minuten). Bitte achtet darauf, dass ihr dafür warm genug gekleidet seid und nehmt euch ggf. noch eine Thermoskanne Tee o.ä. mit.

Die Veranstaltung ist kostenlos und die gemeinsame Anreise bezahlen wir für dich. Spenden sind willkommen.

Bitte melde dich per E-Mail bei uns an (und auch wieder ab, wenn etwas dazwischenkommt).

Wir freuen uns auf dich! Gregor, Philip & Tine

21 Dez

Gemütlichkeit am Winterfeuer

Gestern liessen wir ein aufregendes erstes Gartenjahr im Wurzelwerk gemütlich ausklingen. Dank bester Feuerholz-Versorgungslage, konnten wir dem nasskalten Wetter trotzen und ein paar schöne Stunden im Garten verbringen.

Es kamen nochmal richtig viele alte & neue Gärtner*innen zusammen, um auf das erfolgreiche Gartenjahr anzustossen. Dank vereinter Organisationstalente waren wieder (wieder einmal) bestens ausgestattet.
Im Januar wird es dann erstmal etwas ruhiger werden, rund um unser Wurzelwerk. Aber spätesten ab Februar starten wir wieder mit neuem Elan in die Planung unserer zweiten gemeinschaftlichen Gartensaison.
Wer dabei sein möchte, kann sich schonmal den 04. Februar ab 18.00 Uhr notieren, da wird unser nächsten Wurzeltreff (höchstwahrscheinlich) im Coloradio/ Zentralwerk stattfinden.

14 Nov

Besuch von Schüler*innen im Garten

Am 2. November bekamen wir Besuch von Schüler*innen der Montessori-Schule Huckepack.

Gemeinsam mit einer Lehrerin und einem Bundesfreiwilligen beschäftigten sie sich im Rahmen dreier Projekttage mit der Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet und wie sie praktisch aussehen könnte.

An diesem Freitag schauten sie sich also das Wurzelwerk als einen Gemeinschaftsgarten an, wo Gregor ihnen zeigte und erklärte, wie wir dort versuchen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Sie halfen, neue Baum- und Struachpflanzungen anzugießen, bauten uns eine Kochstelle aus Backsteinen, in der Holz super effizient verbrannt wird (Rocket Stove) und wir kochten gemeinsam eine leckere Gartensuppe.

Danach machten Sie sich auf, um Müll an der Elbe zu sammeln und setzten gemeinsam einen Vertrag auf, in dem sie sich gegenseitig dazu verpflichten, sich bis Weihnachten intensiv damit zu beschäftigen, wie sie nachhaltiger konsumieren und weniger Abfall erzeugen können.

21 Okt

Nisthilfen für Wildbienen, Vögel und Igel

Gestern fand unser Nisthilfen-Workshop statt: Naturpädagoge Gauthier Saillard erklärte uns, warum Wildbienen, Vögel, Igel und co für unsere Natur – und damit unser eigenes Überleben – aber auch für die Funktion unserer Gärten so wertvoll sind: Die einen bestäuben unsere Pflanzen und sind selbst Nahrung für wichtige andere Lebewesen, die anderen fressen Schädlinge und bringen in geringem Maße Dünger ein. Das zeigte Gauthier uns auch anhand eigener toller Naturfotos.

Dann erklärte er uns, welche Art von Bepflanzungen und Unterkünften diese Tiere anlockt und hilft, sie im Garten anzusiedeln. Daraufhin bastelten und bauten wir Bienenhotels, Vogelhäuser und Igelunterkünfte aus lokalen Naturmaterialien.

Zu den Bienenhäusern erklärte Gauthier uns, dass die häufig verwendeten angebohrten Holzscheite nur sehr wenig funktionieren, weil sie Risse bilden und dann für die Bienenlarven nicht mehr sicher genug bewohnbar sind. (Bei wildbee.ch ist die wichtige Problematik sehr klar beschrieben, dass die meisten Insektenhotels und andere künstliche Nisthilfen den Bienen mehr schaden, als nützen.) Stattdessen bastelten wir sie aus verholzten Stengeln des japanischen Staudenknöterichs, der als invasive Pflanze mittlerweile an allen Ecken der Stadt zu finden – und dafür sehr wertvoll ist. Wir hängten sie in Ecken des Gartens auf, an denen nicht so oft Menschen vorbeikommen und richteten die Eingänge nach Südosten aus, weil die Bienen so die beste Sonne bekommen. Auch einfache Haufen aus organischen Materialien, wie Blättern, Ästen, Zweigen usw. sind, ob groß oder klein, eine gute Behausung für einige Wildbienenarten und viele andere Insekten.

Vogelhäuser brauchen möglichst Einfluglöcher in möglichst passender Größe, je nachdem, welche Vogelarten man erwartet. Wir verwendeten keine Plastik oder Dachpappe für das Dach, weil beides energieintensive, nichtkompostierbare Erdöl-Produkte sind und das Holzdach für sich auch eine Weile hält und nach ein paar Jahren einfach ausgetauscht werden kann.

Igelunterkünfte bastelten wir aus hölzernen Obstkisten, die jeden Tag von Lebensmittelhändlern weggeworfen werden. Sie werden ebenfalls an nicht allzu oft begangenen Orten kopfüber aufgestellt, ein Eingang hineingesägt, der auch nach Südosten ausgerichtet wird und das Ganze dann mit Blättern, Zweigen oder Stroh eingepackt. Von den Baumaterialien kann man auch noch welche daneben liegen lassen, damit der Igel es sich damit drinnen selbst gemütlich machen kann.

Mit diesem wunderschönen Sonnentag – der aber auch endlich mal kalt war – schlossen wir die Workshop-Saison für dieses Jahr dankbar ab.

15 Okt

Ein heißer Kompost, ein heißes Thema und eine kalte Badewanne

Am Samstag fand unser Kompost-Workshop statt. Dazu hatten wir uns Katja Sonnig von der BUND Jugend eingeladen. Sie brachte zusätzlich zum allgemeinen Kompostieren Erfahrungen und kritische Gedanken zum Thema Terra Preta mit. Zusammen mit Gregor, der KnowHow zum Thema Heißrotte-Kompost und Bokashi einbrachte, führte sie die Teilnehmenden durch die verschiedensten Ansätze und Möglichkeiten des Kompostierens.

Zusammen setzten wir einen Heißrotte-Kompost auf, der aus einer guten Mischung aus kohlenstoff- und stickstoffreichen Materialien besteht, auch Zweige und Stängel enthält, um eine gute Belüftung zu gewährleisten, außerdem Gartenerde, um Tonanteile hinzuzufügen, Gesteinsmehl um Wohnraum für Mikroorganismen zu bieten und mit fertigem Kompost, sowie selbstgemachten Fermenten angereichert wurde, um Mikroorganismen, Enzyme und Bodentiere einzubringen.

Die haben gleichmal ordentlich losgelegt und unseren Kompost in den ersten zwei Tagen, wie erwartet, auf ungefähr 60 Grad hochgeheizt. So werden Beikrautsamen und unerwünschte Bakterien gleich abgetötet, während aus den vielen Zutaten frischer Kompost wird.

Das Thema Terra Preta ist noch heißer, als unser Kompost: Als uralte Form des Bodesaufbaus in (sub)tropischen Zonen der Erde können wir viel davon lernen. Katja und Gregor erklärten aber auch, dass in unserer Klimazone andere Aufbauprozesse wichtiger sind, da unsere Böden auch Humus in Form von „normalem“ Kompost gut einbinden können. Außerdem warnten sie davor, die für Terra Preta notwendige Holzkohle selbst herzustellen: Wenn Verkohlung nicht unter den genau richtigen Bedingungen passiert, entstehen krebserregende Stoffe, die nicht konzentriert in den Boden gelangen sollten.

Eine andere Spezialform des Kompostierens ist der Bokashi, bei dem das Kompostgut unter Luftabschluss von Mikroorganismen vergoren wird. Dadurch geht weniger Masse und Energie verloren und die Umsetzung geht viel schneller, als beim Kompost. Nachteil ist, dass die Hitzeinwirkung ausbleibt, die der Bokashi dafür mit Säurebildung ausgleicht.

Ein paar Fleißige setzten hinterher noch eine besondere Form des Bokashi an: Einmal in einem Eimer und einmal in einer Badewanne pressten wir mit Braunfäule befallene Pflanzenteile zusammen, und füllten sie mit Wasser und Fermenten auf, damit sie der Luftabschluss und die bakterielle Aktivität die Schadpilze abtöten. Hinterher können wir die Reste dann im normalen Kompost nutzen und müssen die wertvolle Biomasse nicht entsorgen.

09 Okt

Eine mobile Werkbank für den Garten

Gestern wurde im Wurzelwerk eine mobile Werkbank gebaut. Wir hatten uns Tobias Kaiser eingeladen, der die Werkbank entworfen hatte, um uns beizubringen, wie wir sie nachbauen können und wie sie funktioniert.

Die Werkbank besteht aus einem Schraubstock auf einem massiven Dreibeinständer, der im Boden verankert werden kann, um sicher zu stehen. Somit kann man auch im Garten, wo es oft keine schweren Tische oder festen Böden gibt, sicher an einem Schraubstock arbeiten. Und wenn man ihn nicht braucht, kann der Ständer zusammengeklappt und im Trockenen verstaut werden.

Zum Workshop kamen unter anderem Aktive aus anderen Gärten, die das Konzept gerne nachahmen möchten. Die entstandene Werkbank ist nun auch Teil der UFER-Werkzeug-Allmende.

27 Aug

Kino und Flohmarkt – ein Wochenende im Wurzelwerk

Am Freitag Abend, als die Sonne untergegangen war, erstrahlte das Wurzelwerk in hundert Lichtern: Zum Kinoabend hatten wir den Folientunnel mit Lichterketten geschmückt und den Weg durch den Garten mit Kerzen ausgeleuchtet. Unter der wunderbaren neuen Überdachung des Tunnelgestänges trafen sich über vierzig Nachbar*innen und Besucher*innen aus anderen Stadtteilen. An der Bar gab es leckere Getränke mit minimalem ökologischen Fußabdruck, da sie alle in der Stadt selbst, oder im nahen Umfeld hergestellt waren und so keine Flüssigkeiten in Flaschen quer durchs Land gefahren werden mussten.

Wir zeigten den 2012 entstandenen Dokumentarfilm (R)Evolution von Rob Stewart. Der Unterwasserfotograf und Meeresbiologe zeigt darin in bewegenden Bildern, die gegenseitige Abhängigkeit aller Lebewesen voneinander – und warum wir Menschen in den letzten Jahrhunderten das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Saurier ausgelöst haben. Danach kommt er auf Möglichkeiten zu sprechen, wie wir helfen können, das natürliche Gleichgewicht – und damit auch unser eigenes Überleben – zu retten. Nach dem Film gab es noch viele Gespräche in der gemütlichen Atmosphäre und wir staunten, zusammen mit den vielen Gästen, wie schön, praktisch und einladend der Garten in nur 6 Monaten geworden ist.

Gleich am nächsten Tag öffneten wir erneut das Gartentor, um unseren ersten Flohmarkt im Wurzelwerk zu eröffnen. Die ersten mutigen Enthusiasten hatten ihre Stände aufgebaut und bemühten sich, für allerlei Trödel neue Liebhaber*innen zu finden. Auch am Samstag hatten wir gemeinsam ein Gartenbuffet mit viel selbstgekochten und gebackenen Leckereien auf die Beine gestellt. An der Gartenbar boten Sara und Philipp Erfrischungen auf Spendenbasis an, was bei der andauernden Sommerhitze dankenswert angenommen wurde. Micha hatte sein Jonglage-Paket in den Garten gebracht und gab den Gästen die Möglichkeit, sich selbst an den Pois, Diabolos und Flowersticks auszuprobieren. Besonders die jungen Gästen hatten viel Spaß mit Micha und seinen Künsten. In der Kindermalecke gab Almuth den jüngsten Besuchern die Möglichkeit selbst mit Wachsmalstiften kreativ zu werden. Zwischendurch nutzten immer wieder Gäste die Gelegenheit durch den Garten zu schlendern und das Entstandene zu begutachten. Philip bot eine „offizielle“ Gartenführung an und erzählte den Interessierten die ein oder andere Anekdote und Hintergrundgeschichte. Claudia nutze die Gelegenheit, um der Nachbarschaft ihre Pläne zum Bau eines Solartrockners und Haltung von Bienen im Wurzelwerk vorzustellen und neue Leute für ihre Projekte zu begeistern (mitmachen erlaubt!). Auf einmal war es dann schon Abend und wir blickten auf einen anstrengenden aber schönen Flohmarkttag zurück, bei dem so manch neuer Kontakt in der Nachbarschaft entstand und so mancher Trödel ein zweites Leben geschenkt bekam.

Vielen Dank an die fleißigen Köpfe, Hände und Füße aus der Gartengemeinschaft, die mit dafür gesorgt haben, dass aus einer Brache ein so wertvoller Raum entstehen konnte!

Die Fotos vom Flohmarkt hat Philipp Michael aufgenommen. Vielen Dank!

13 Jun

Leben im Garten

Gestern fand das Treffen der Kerngruppe des Gartennetzwerks bei uns im Wurzelwerk statt. Als Teilnehmer daran fand ich es erstens mal wieder toll, wie gemütlich es bei uns ist und zweitens kamen interessante Begegnungen zustande:

Zuerst besuchte uns ein Fuchs, der aus den ungenutzten Gewächshäusern der benachbarten Gärtnerei kam. Dabei trennte uns der Wildzaun, was aus zwei Gründen gut ist: Erstens können die Füchse so nicht an die Beete heran und zweitens erfüllt der Zaun damit noch eine zweite Funktion neben der, die Menschen von den einfallenden Gewächshäusern fernzuhalten 🙂

 

Dann kam eine Bekannte mit ihrer WG vorbei, die in der Nähe wohnt und erzählte, dass sie den Garten als ihren Balkon-Ersatz erkoren hätten: Sie würden oft zusammen Abendessen oder auch schon morgens vorbeikommen, um zu Gießen und die ersten Sonnestrahlen zu genießen. Auch sie freute sich über die Gemütlichkeit und dass man sich „um nichts mehr kümmern muss“, wenn man hier picknicken wolle, weil so viel Praktisches – Sitzgelegenheiten, Schatten, Geschirr, Besteck, Spüle, Toilette und sogar ein Holzkocher schon im Garten sind. Ich merkte sofort, dass solches Lob gleich wieder neue Kraft gibt und die Strapazen des Aufbaus sich gelohnt haben. Die Besucherin wusste dann auch gleich noch zu erzählen, dass der Fuchs mit einer ganzen Familie in den Gewächshäusern lebt.

Der Garten zieht also vielfältiges Leben an 🙂

13 Jun

Dem Beet eine weiche Decke – unser Mulch-Workshop

Am Montag hatten wir zu einem Workshop eingeladen, in dem die Technik des Mulchens genauer angeschaut werden sollte. Dafür, dass vemutlich die meisten Menschen – wie einer der Teilnehmer über sich selbst sagte – keine Ahnung haben, was Mulch eigentlich überhaupt ist, kamen erstaunlich viele: Mit 22 Teilnehmenden war das Interesse genauso hoch, wie beim Pilzzucht-Workshop eine Woche vorher.

Um uns in die Geheimnisse des Mulchs einzuführen, hatten wir Diplom-Permakultur-Designerin Ulrike Meißner eingeladen. Nach einer Vorstellungsrunde, in der konkrete Fragen und Anliegen benant werden konnten, erklärte sie die Grundlagen: Guter Boden besteht aus verschiedenen Anteilen Sand, Ton, organischem Material (Humus) und Bodenleben. Die ersten beiden Faktoren kann man im vorhandenen Boden kaum verändern, die letzten beiden sehr gut:

Mulchen heißt, den Boden mit organischen Materialien zu bedecken. Das ist der Natur abgeschaut, in der es sowas wie offene Erde ja nur kurzzeitig nach zerstörerischen Ereignissen gibt und ansonsten immer eine Schicht Blätter, Zweige oder ähnliches zu finden ist. Das hat folgende Vorteile:

  • Feuchtigkeit wird besser im Boden gehalten – man muss weniger gießen
  • Beikräuter werden unterdrückt – man muss also weniger jäten und (nicht) umgraben
  • Regen kann den Boden nicht so leicht wegspülen – man vermeidet also Erosion
  • Früchte und Blätter werden weniger mit Erde bespritzt – man muss sie also weniger waschen
  • die Bodenstruktur wird verbessert – man kann den Boden dann also leichter bearbeiten und muss (nicht) umgraben
  • die organische Schicht bietet vielfältige Nährstoffe für das Bodenleben – man muss weniger düngen

Dafür kann man je nach Anwendung Materialien wie Grasschnitt, Stroh, Holzhäcksel, Laub, Kompost, Mist, (unbedruckte) Pappe oder ähnliches (gerne auch in Kombination) verwenden. Im weiteren Sinne kann man auch nichtorganische Materialien wie Steine oder Folie als Mulch betrachten, weil sie zumindest die ersten vier Funktionen auch erfüllen können.

Dann erklärte Ulrike uns die zwei grundlegenden Anwendungsarten:

  • Den vorbereitenden Mulch (oder auch Totmulch genannt): Dabei wird eine bestehende Fläche so dicht abgedeckt, dass kein Licht mehr durchkommt und keimende Beikräuter nicht durch wachsen können. Sie sterben ab, was das Bodenleben nährt und nach einigen Wochen bis Monaten hat man so ein Beet vorbereitet, ohne umzugraben. (Beim Umgraben stirbt viel vom wertvollen mikrobiellen Bodenleben und der Boden wird oft verdichtet – mal ganz davon abgesehen, dass es auch noch anstrengend ist.)
  • Den Nährmulch: Dabei werden Mulchmaterialien mit hilfreichem Nährstoffgehalt um die Kulturpflanzen herum aufs Beet gelegt, um es abzudecken und zu nähren.

Natürlich gibt es auch Anwendungsgebiete, wo Mulch nicht so gut funktioniert, oder Nachteile bewirkt, wie zum Beispiel folgende:

  • in ein gemulchtes Beet kann man nicht direkt sähen (es sei denn, man räumt den Mulch zwischenzeitlich beiseite)
  • im Frühling muss die Erde aufgewärmt werden, bleibt unter einer Mulchschicht aber kalt (auch dafür muss man ihn zweitweise beiseite räumen)
  • Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge können sich in dem Mulch wohlfühlen (wogegen man dann die jeweils passenden Abwehrmaßnahmen einleiten muss)
  • Mulchen ist manchmal materialintensiv (wobei mindestens Laub und Grasschnitt auf so ziemlich jeder Fläche zu finden sein sollten.

Dann nutzten wir die Möglichkeit, Ulrike zu vielen Detailfragen zu löchern, woraufhin sie uns oft auch die Tipps des Mulch-Könners schlechthin, Burkhard Kayser (auf seiner Website mulchinfo.de) empfahl.

Und schließlich machten wir uns daran, erstens um unsere Beerensträucher herum Beikräuter zu entfernen und sie mit Pappe und Holzhäcksel vor neuem Bewuchs zu schützen, zweitens eine neue Beetfläche mit Pappe, Stroh und Grasschnitt vorzubereiten, in die auch gleich Kartoffeln gesteckt wurden und drittens bestehende Pflanzungen in den Gemeinschaftsbeeten mit Stroh und Grasschnitt zu ummanteln.

Vielen Dank an Ulrike für die tollen Infos und die Anleitung, ans Team fürs Vorbereiten und an alle, die mitgeholfen haben für die tollen Beete!