13 Jun

Leben im Garten

Gestern fand das Treffen der Kerngruppe des Gartennetzwerks bei uns im Wurzelwerk statt. Als Teilnehmer daran fand ich es erstens mal wieder toll, wie gemütlich es bei uns ist und zweitens kamen interessante Begegnungen zustande:

Zuerst besuchte uns ein Fuchs, der aus den ungenutzten Gewächshäusern der benachbarten Gärtnerei kam. Dabei trennte uns der Wildzaun, was aus zwei Gründen gut ist: Erstens können die Füchse so nicht an die Beete heran und zweitens erfüllt der Zaun damit noch eine zweite Funktion neben der, die Menschen von den einfallenden Gewächshäusern fernzuhalten 🙂

 

Dann kam eine Bekannte mit ihrer WG vorbei, die in der Nähe wohnt und erzählte, dass sie den Garten als ihren Balkon-Ersatz erkoren hätten: Sie würden oft zusammen Abendessen oder auch schon morgens vorbeikommen, um zu Gießen und die ersten Sonnestrahlen zu genießen. Auch sie freute sich über die Gemütlichkeit und dass man sich „um nichts mehr kümmern muss“, wenn man hier picknicken wolle, weil so viel Praktisches – Sitzgelegenheiten, Schatten, Geschirr, Besteck, Spüle, Toilette und sogar ein Holzkocher schon im Garten sind. Ich merkte sofort, dass solches Lob gleich wieder neue Kraft gibt und die Strapazen des Aufbaus sich gelohnt haben. Die Besucherin wusste dann auch gleich noch zu erzählen, dass der Fuchs mit einer ganzen Familie in den Gewächshäusern lebt.

Der Garten zieht also vielfältiges Leben an 🙂

13 Jun

Dem Beet eine weiche Decke – unser Mulch-Workshop

Am Montag hatten wir zu einem Workshop eingeladen, in dem die Technik des Mulchens genauer angeschaut werden sollte. Dafür, dass vemutlich die meisten Menschen – wie einer der Teilnehmer über sich selbst sagte – keine Ahnung haben, was Mulch eigentlich überhaupt ist, kamen erstaunlich viele: Mit 22 Teilnehmenden war das Interesse genauso hoch, wie beim Pilzzucht-Workshop eine Woche vorher.

Um uns in die Geheimnisse des Mulchs einzuführen, hatten wir Diplom-Permakultur-Designerin Ulrike Meißner eingeladen. Nach einer Vorstellungsrunde, in der konkrete Fragen und Anliegen benant werden konnten, erklärte sie die Grundlagen: Guter Boden besteht aus verschiedenen Anteilen Sand, Ton, organischem Material (Humus) und Bodenleben. Die ersten beiden Faktoren kann man im vorhandenen Boden kaum verändern, die letzten beiden sehr gut:

Mulchen heißt, den Boden mit organischen Materialien zu bedecken. Das ist der Natur abgeschaut, in der es sowas wie offene Erde ja nur kurzzeitig nach zerstörerischen Ereignissen gibt und ansonsten immer eine Schicht Blätter, Zweige oder ähnliches zu finden ist. Das hat folgende Vorteile:

  • Feuchtigkeit wird besser im Boden gehalten – man muss weniger gießen
  • Beikräuter werden unterdrückt – man muss also weniger jäten und (nicht) umgraben
  • Regen kann den Boden nicht so leicht wegspülen – man vermeidet also Erosion
  • Früchte und Blätter werden weniger mit Erde bespritzt – man muss sie also weniger waschen
  • die Bodenstruktur wird verbessert – man kann den Boden dann also leichter bearbeiten und muss (nicht) umgraben
  • die organische Schicht bietet vielfältige Nährstoffe für das Bodenleben – man muss weniger düngen

Dafür kann man je nach Anwendung Materialien wie Grasschnitt, Stroh, Holzhäcksel, Laub, Kompost, Mist, (unbedruckte) Pappe oder ähnliches (gerne auch in Kombination) verwenden. Im weiteren Sinne kann man auch nichtorganische Materialien wie Steine oder Folie als Mulch betrachten, weil sie zumindest die ersten vier Funktionen auch erfüllen können.

Dann erklärte Ulrike uns die zwei grundlegenden Anwendungsarten:

  • Den vorbereitenden Mulch (oder auch Totmulch genannt): Dabei wird eine bestehende Fläche so dicht abgedeckt, dass kein Licht mehr durchkommt und keimende Beikräuter nicht durch wachsen können. Sie sterben ab, was das Bodenleben nährt und nach einigen Wochen bis Monaten hat man so ein Beet vorbereitet, ohne umzugraben. (Beim Umgraben stirbt viel vom wertvollen mikrobiellen Bodenleben und der Boden wird oft verdichtet – mal ganz davon abgesehen, dass es auch noch anstrengend ist.)
  • Den Nährmulch: Dabei werden Mulchmaterialien mit hilfreichem Nährstoffgehalt um die Kulturpflanzen herum aufs Beet gelegt, um es abzudecken und zu nähren.

Natürlich gibt es auch Anwendungsgebiete, wo Mulch nicht so gut funktioniert, oder Nachteile bewirkt, wie zum Beispiel folgende:

  • in ein gemulchtes Beet kann man nicht direkt sähen (es sei denn, man räumt den Mulch zwischenzeitlich beiseite)
  • im Frühling muss die Erde aufgewärmt werden, bleibt unter einer Mulchschicht aber kalt (auch dafür muss man ihn zweitweise beiseite räumen)
  • Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge können sich in dem Mulch wohlfühlen (wogegen man dann die jeweils passenden Abwehrmaßnahmen einleiten muss)
  • Mulchen ist manchmal materialintensiv (wobei mindestens Laub und Grasschnitt auf so ziemlich jeder Fläche zu finden sein sollten.

Dann nutzten wir die Möglichkeit, Ulrike zu vielen Detailfragen zu löchern, woraufhin sie uns oft auch die Tipps des Mulch-Könners schlechthin, Burkhard Kayser (auf seiner Website mulchinfo.de) empfahl.

Und schließlich machten wir uns daran, erstens um unsere Beerensträucher herum Beikräuter zu entfernen und sie mit Pappe und Holzhäcksel vor neuem Bewuchs zu schützen, zweitens eine neue Beetfläche mit Pappe, Stroh und Grasschnitt vorzubereiten, in die auch gleich Kartoffeln gesteckt wurden und drittens bestehende Pflanzungen in den Gemeinschaftsbeeten mit Stroh und Grasschnitt zu ummanteln.

Vielen Dank an Ulrike für die tollen Infos und die Anleitung, ans Team fürs Vorbereiten und an alle, die mitgeholfen haben für die tollen Beete!

05 Jun

Speisepilze selber züchten – Ein Bericht

Bericht zum Speizepilz – Workshop 2018 im Wurzelwerk (verfasst von Mia)

Für alle, die sich für die Zucht von Speisepilzen interessieren, wurde am vergangenen Samstag ein Workshop von Experte Dr. Danny Kaulitz angeboten. Aufgrund des angesagten Regens wurde der theoretische Teil in den Räumen vom ColoRadio im Zentralwerk vermittelt. Dabei wurde erklärt, welche Pilze sich am Besten für die Pilzzucht eignen, welche Nährgrundlage sie benötigen und worauf man beim Anbau achten muss. Es gab eine Menge Anschauungsmaterial, das man nicht nur betrachten, sondern auch beriechen konnte. Dazu zählten zum Beispiel weiße Myzelstrukturen in der Petrischale, Pilzkulturen auf Pappe und verschiedene ausgewachsene Seitling-Exemplare.

Da das Wetter trocken blieb, zogen wir gegen Mittag in das Wurzelwerk um. Nachdem wir uns mit Suppe und Quiche aus der VG gestärkt hatten, wurde der Workshop fortgesetzt. Nun ging es darum, das Erlernte in die Tat umzusetzen. Bereits ein paar Tage zuvor waren mehrere Heuballen angefeuchtet worden, die nun als Nährgrundlage für die Pilzkulturen  dienen sollten. Nachdem die Ballen mit der Pilzbrut geimpft worden waren, wurden sie zur Hälfte in der Erde vergraben. Dabei wurden Arten wie z.B. der Kastanien-Seitling oder die Braunkappe ausgebracht. Wenn alles gut geht, werden im Wurzelwerk bald Speisepilze sprießen. Da es allerdings immer zur Verunreinigung mit anderen Sporen kommen kann, ist es trotzdem wichtig zu überprüfen, ob der gewachsene Pilz auch wirklich essbar ist.

Zum Abschluss durften sich die Teilnehmer ihr eigenes „Pilz-Paket“ für Zuhause zusammenstellen. Dafür wurde in einem Beutel Pilzbrut mit Strohpellets und Wasser vermischt. Es standen verschiedene Arten zur Auswahl. Für Anfänger wird besonders der Austern-Seitling empfohlen, da er ein breites Spektrum an Temperatur und Substraten toleriert. Nachdem der Beutel befüllt war wurde er zugebunden und mit mehreren, kleinen Löchern versehen. In den nächsten Wochen wird sich darin das Myzel weiter ausbreiten, und etwas später werden hoffentlich die ersten Pilze zu ernten sein.

Alles in allem war es ein sehr gelungener und informativer Workshop.

17 Mai

Wurzelwerk in der Zeitung

Vier verschiedene Zeitungen haben sich schon für den neuen Garten interessiert (ohne dass wir etwas dafür tun mussten :-)), sind vorbeigekommen, haben Interviews geführt, Fotos gemacht und schöne Artikel geschrieben. Vielen Dank dafür!

 

Als erstes berichteten Pieschen Aktuell und die DNN über die Eröffnung:

 

Als nächstes kam die Sächsische Zeitung zu Besuch:

Dazu sagen müssen wir: Die Idee für das Projekt kommt nicht aus dem Stadtplanungsamt. Das Amt hat uns angefragt, ein Konzept einzureichen und uns bei der Beantragung unterstützt. Und die 25 Wochenstunden hauptamtliche Arbeit sind korrekt, gelten aber für beide Mitarbeiter zusammen 🙂

 

Zuletzt besuchte uns das Dresdner Kulturmagazin, in dem ein Artikel in der Juni-Ausgabe erscheinen wird.

07 Mai

Sie kamen, planten und pflanzten

Am Samstag fand endlich unsere Planungswerkstatt im Wurzelwerk statt:

 

Wir hatten alle, die Lust haben, den Garten dieses Jahr mitzugestalten, eingeladen, sich gegenseitig und den Garten kennenzulernen, Ideen auszutauschen und erste Verantwortlichkeiten zu übernehmen.

Der Tag war sonnig und heiß und lud zum Badengehen ein, aber trotzdem kamen 20 Gartenbegeisterte zusammen und dachten sich, nach einer Führung durch das, was es im Garten schon gibt, Projekte aus, die in dieser Saison angegangen werden möchten:

 

 

 

 

 

  • der Ausbau des Gemeinschaftsbeets
  • Bienen und Nützlingsbiotope
  • ein übersichtliches Materiallager
  • Kompost und Bokashi
  • der Wiederaufbau des Folientunnels
  • Ausbau der Sommerküche
  • eine Werkstattecke
  • Schattenspender
  • ein Tauschregal
  • und andere

Für einige davon schmiedeten wir gleich in Kleingruppen konkretere Pläne und legten nächste Schritte fest.

Außerdem einigten wir uns darauf, uns ab den Garten ab jetzt zweimal wöchentlich für neue Interessierte und Gäste zu öffnen (Offene Garten- und Beratungszeiten: Mo 15-19 Uhr, Fr 12-16 Uhr) und einmal im Monat gemeinsam zu essen und wichtige Entscheidungen zu treffen (Wurzeltreff: am ersten Montag des Monats ab 18 Uhr, 18:30-19:30 für Tagesordnungspunkte). Zusätzlich beschlossen wir, einen mail-Verteiler einzurichten, sodass alle, die mitmachen möchten, sich darüber über Vorhaben austauschen können.

Zum Mittag gab es leckeres bio-veganes Kichererbsencurry mit regionalem und saisonalem Gemüse und Mitgebrachtes von allen. Hinterher konnten wir in unserem neuen Gartenwohnzimmer entspannen, weil wir gemütliche Sitzmöbel von den Nachbarn gespendet bekommen hatten.

Am Ende pflanzten wir dann noch einige Stauden und Sträucher, die wir aus einem befreundeten Garten geschenkt bekommen hatten.

Wer nicht dabei sein konnte, ist natürlich weiterhin (mit seinen*ihren Ideen) herzlich willkommen!

22 Apr

Beerensträucher und Nachbarschaftshilfe

Am Samstag besuchten uns internationale Studierende, die sich im Rahmen des Programms Europe on Track Nachhaltigkeits-Ideen in verschiedenen europäischen Städten anschauen. Um die Umweltauswirkungen ihrer Reise auszugleichen und dabei gleich noch etwas Praktisches zu lernen, hatten sie beschlossen, uns bei einer Pflanzaktion zu helfen.

 

Wir setzten 25 Beerensträucher, darunter die Klassiker Johannis-, Stachel- und Himbeere, aber auch Japanische Weinbeeren, Jostabeeren, stachellose Brombeeren, Mini-Kiwis, Sanddorn und – die dürfen nicht fehlen – Felsenbirnen.

 

Außerdem hatten wir am Freitag 10m³ frische Erde von der städtischen Kompostwirtschaft geliefert bekommen, die allerdings auf der falschen Seite unseres Zaunes abgekippt werden musste. Also halfen die fleißigen Europareisenden und ihre Gastgeber*innen von der TU Dresden uns dabei, sie auf die richtige Seite zu bringen. Wir sagen Danke für das starke Anpacken!

 

Währenddessen pflanzten Fleißige schon Erdbeeren in das entstehende Gemeinschaftsbeet und vom Aussterben bedrohte Insektenstauden (vom Projekt Urbanität & Vielfalt) in den Blühstreifen am Zaun. Außerdem beehrte uns eine Nachbarin, die etwas von unserem vielen Löwenzahn als Medizin erntete und uns anbot, nächste Woche viele vorgezogene Kohlrabis vorbeizubringen. So kommt die Kooperation in Schwung 🙂

01 Apr

Einladung zur Eröffnungsfeier

Wir legen los – mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wollen wir das Wurzelwerk in Pieschen offiziell eröffnen!

Eröffnungsfeier am Freitag, 13. April

Damit wir in gemütlicher Runde bei warmen Getränken und Snacks zusammen feiern können, bauen wir erstmal unsere eigenen Gartenmöbel aus gebrauchten Einwegpaletten (wir haben etwas Werkzeug und Baumaterial, mehr hilft aber auch).

13–15 Uhr Paletten-Möbel bauen
ab 15 Uhr Buffet, warme Getränke und Gartenmusik auf der Mandriola
ab 17 Uhr Feuer, Musik und Tanz

Wir kochen eine bio-regional-vegane Suppe. Wenn ihr könnt, bringt auch noch etwas fürs Buffet mit.

PS: Für alle die etwas langfristiger planen wollen, die Planungswerkstatt für die erste Gartensaison im Wuzelwerk findet am 5. Mai von 11.00–17.00 Uhr statt. Hier werden wir gemeinsam Ideen spinnen, die Beetplanung organisieren und erste Projekte im Garten anzetteln.

Wir freuen uns auf euch!

25 Mrz

Frühlingsauftakt mit Vorschlaghammer

Am Samstag trafen sich die ersten Enthusiasten im Wurzelwerk und nutzten die ersten warmen Sonnenstrahlen, um kräftig anzupacken. Mit Brecheisen, Handkreissäge, Spaten und Vorschlaghammer ging es ziemlich intensiv zur Sache!
Am Ende des Tages stand ein 50m langer und ziemlich dynamisch geschwungener Gartenzaun, der unsere Gartenfläche nun von der Gärtnerei Nitzsche abgrenzt. Ein aufgeräumter Folientunnel mit einem Ernteertrag von ca. 5 m³ Gestrüpp und Geäst und jede Menge gerettetes Bauholz aus einem alten Dachstuhl, der in mühevoller Handarbeit gemeinschaftlich nach allen Regeln der Kunst zerlegt wurde.

13 Feb

Neuer Gemeinschaftsgarten in Pieschen

Wir freuen uns, verkünden zu können, dass ein neuer Gemeinschaftsgarten entsteht:

Die UFER-Projekte pachten nun einen bisher leerstehenden Grundstücks-Teil der Gärtnerei Nitzsche an der Heidestraße in Pieschen.

Für dieses Vorhaben suchen wir nach begeisterten Mitgestalterinnen und Pionieren, die auf der bisher brachliegenden Wiese einen belebten Garten gemeinschaftlich gestalten wollen. Schon in dieser Saison soll hier ein bunter Strauß aus Veranstaltungen und Workshops rund ums Gärtnern und nachhaltige Leben in der Stadt stattfinden. Wenn du mitmachen möchtest, Fragen oder gute Ideen hast, schreib gern eine Mail an email hidden; JavaScript is required