02 Jun

Essbares Stadtgrün im Workshop

Am Samstag fand ein kulinarischer Workshop im Wurzelwerk statt:

Irina Krupper von der Wildnis-Herberge zeigte uns, welche Wildpflanzen im und um den Garten herum essbar sind.

Dabei erklärte sie nicht nur, wie man aus Eicheln Bolognese machen kann, sondern auch, wie man Rouladen mit Hopfenblättern einwickelt und Robinienblüten im Teigmantel bäckt.

Und da wir Goldrute im Übermaß im Garten haben, von der wenige wissen, dass man ziemlich harntreibenden Tee damit aufbrühen kann, aber noch weniger, dass man sie auch essen kann, bereiteten wir gleichmal lecker zu.

Dazu gab es Lindenblätter-Salat, Quiche sowie Blätterteig-Sticks mit Kräutern, Brennnessel-Kartoffel-Suppe und andere Leckereien, sodass alle satt wurden.

Vielen Dank für die interessante Führung und die leckeren Rezepte an Irina!

20 Mai

Festival-Stimmung im Wurzelwerk

Am Sonntag war das Wurzelwerk kurz Gastgeber für mehrere hundert Besucher*innen.

Im Rahmen des jährlich stattfinden Kleingartenwandertags wurde dieses Jahr auch für eine ein Gemeinschaftsgarten angesteuert.

Kleingärtner*innen, Nachbar*innen und Vertreter*innen der Dresdner, sowie der sächsischen Verwaltung besuchten das Wurzelwerk für eine dreiviertel Stunde, um zu erfahren, was diese Form des Gärtners zu bieten hat.

Wir servierten regionales Essen und Getränke, zeigten die Pedalofaktur, an der die Besucher*innen auch Smoothies mixen konnten, sowie unsere Ausstellung zum Wert von Ökosystemen in der Stadt und beantworteten viele verschiedene Fragen.

Die meisten Fragen drehten sich darum, wie wir denn mit all dem Unkraut im Wurzelwerk klar kämen. Die Antwort, dass wir es mit voller Absicht überall da stehen lassen, wo wir den Platz nicht selber brauchen, weil dadurch Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere, Mulchmaterial für unsere Beete und außerdem leckeres Essen von ganz alleine wächst, kam bei allen verblüffend gut an.

Was wir nicht verrieten, war, dass diese Unkräuter in Wirklichkeit unsere Klimaanlage im Garten sind. So wie die Sonne an diesem Vormittag brannte, hätten sonst eine Menge Pflanzen eine Menge mehr Wasser gebraucht und wer weiß, wie es uns ergangen wäre 🙂

Wir freuen uns, dass wir eine Station auf der Wanderroute sein durften und damit Austausch zwischen den verschiedenen Gartenformen schaffen konnten.

16 Apr

Unser Kompost ist fertig

Im Oktober haben wir in einem Kompost-Workshop eine sogenannte Heißrotte aufgesetzt:
Einen Würfel mit ungefähr einem Meter Kantenlänge aus verschiedensten zerkleinerten Garten- und Küchenabfällen, etwas Erde, Gesteinsmehl, guten Bakterienkulturen und Wasser.  In den ersten drei Tagen hat er sich selbst durch bakterielle Aktivität auf ungefähr 70°C hochgeheizt, dann wieder abgekühlt und in den folgenden Wochen hat er sich gesetzt, sodass er am Ende nur noch ungefähr ein Drittel so hoch war.

Am letzten Donnerstag haben wir ihn mit einer Seminargruppe im Wurzelwerk begutachtet und beschlossen, dass er fertig ist: Oben auf war noch eine dünne unverrottete Schicht. Die haben wir abgenommen und in den Sammelkompost daneben gegeben.
Und darunter kam super Komposterde zum Vorschein. Die fleißigen Teilnehmer*innen haben ihn noch ausgesiebt und heraus kam feinste Komposterde:

Vielen Dank an alle, die Küchenabfälle mitgebracht haben, alle die geholfen haben, ihn aufzusetzen und natürlich all den Millionen von Kleinstlebewesen, die das alles aufgegessen und wieder ausgeschieden und dadurch in nur sechs Monaten wunderbaren Krümelhumus daraus gemacht haben!

28 Mrz

Saisoneröffnung

Die neue Gartensaison 2019 wirft ihre Sonne voraus.

So langsam wird es wieder lebendiger im Reich der Tiere, Pflanzen und Menschen.

Wir wollen die neue Saison erst feierlich und dann planerisch eröffnen und laden euch ein:

 

 

 

Eröffnungsfeier am Sa, 6. April ab 15 Uhr
* Gartenführung * Live-Musik * Tauschbörse für Saatgut und Jungpflanzen
* Jonglage für Kinder * Lagerfeuer, Suppe, Stockbrot
Wir haben eine Überdachung, wir feiern also bei jedem Wetter!

 

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Planungswerkstatt am Sa, 13. April, 11-15 Uhr
* gemeinsame Saisonplanung * GärtnerInnen kennenlernen
* neue Ideen einbringen * Projekte vorstellen * Wissen austauschen
Gemeinsames Mittagessen! Wir machen Suppe, ihr könnt gerne das Buffet bereichern.

 

07 Feb

Exkursionsbericht

Am Samstag gab es einen gemeinsamen Ausflug nach Radebeul zu den Ackerflächen von DeinHof. Nach einer kurzen Einführung durch Gärtnerin Lisa ging es dann auch gleich auf den Acker. Mittlerweile bewirtschaftet die Solidarische Landwirtschaft (Sie selbst nennen sich Gemüsecoop.) ein Fläche von 4ha. Über das gesamte Jahr werden davon 150 Ernteanteile mit Gemüse versorgt. Respekt! Inzwischen gibt es verschiedene Abholstationen in Dresden und Radebeul, an denen sich die Mitglieder wöchentlich mit frischem Gemüse versorgen können. Der Rundgang über die Ackerflächen war sehr kurzweilig und es gab immer wieder die Gelegenheit Fragen zu stellen. Im großen Folientunnel konnte das frische Grün von Feldsalat, Postelein und Co. bestaunt werden, die nur geringe Plusgrade benötigen, um munter vor sich hinzuwachsen. Auf besonderen Wunsch der Gartengruppe nahm sich Lisa im Anschluss an die Führung noch Zeit, um uns in die Geheimnisse der Winterlagerung von DeinHof einzuführen. In einem unbeheizten und ungekühlten Lagerraum im Betriebsgebäude lagert ein Großteil der Herbsternte, zumeist in großen Holzboxen, die mit Sand gefüllt sind. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr das Prinzip der Erdmiete ausprobiert. Dazu wurde ein tiefer Graben ausgehoben und mit Holz an den Rändern stabilisiert. Die eingelagerten Kartoffeln und Möhren wurden dann noch mit Stroh und atmungsaktivem Kompostflies „verpackt“, um den Winter draußen zu verbringen. Spannenderweise sind es nämlich die (stromfreien) Lagerungskapazitäten, die ein mögliches Wachstum der Ernteanteile begrenzt. Die Ernteanteile für die Gartensaison sind übrigens alle vergeben. Wer mittelfristig dabei sein möchte, kann sich aber in eine Warteliste eintragen.

 

25 Jan

Komm mit zur SoLaWi „Dein Hof“ !

Damit es uns im Winter auch nicht langweilig wird, haben wir eine spannende Führung bei „deinHof“ organisiert.

Hier erfährst du, was SoLaWi bedeutet, wie es umgesetzt wird, wie und wo das Gemüse angebaut und sinnvoll gelagert wird
und wie es am Ende bei den Verbraucher*innen landet.

Los geht am Samstag, den 02.02.19 um 9:30 Uhr bei deinHof – Niederwarthaer Str. 50 in 01445 Radebeul.

Zur gemeinsamen Anreise treffen wir uns um 8:30 Uhr am Bahnhof Neustadt. (08:43 Bf Neustadt, Gleis 4, RE 2 nach Dresden Hbf –> 08:45 Bf Mitte, Gleis 4 –> 08:51 Bf Mitte, Bus 94 nach Niederwartha –> 09:17 Hp Niederwartha –> 12 min. Fußweg)

Ein Teil der Exkursion findet draußen statt (ca. 45 Minuten). Bitte achtet darauf, dass ihr dafür warm genug gekleidet seid und nehmt euch ggf. noch eine Thermoskanne Tee o.ä. mit.

Die Veranstaltung ist kostenlos und die gemeinsame Anreise bezahlen wir für dich. Spenden sind willkommen.

Bitte melde dich per E-Mail bei uns an (und auch wieder ab, wenn etwas dazwischenkommt).

Wir freuen uns auf dich! Gregor, Philip & Tine

21 Dez

Gemütlichkeit am Winterfeuer

Gestern liessen wir ein aufregendes erstes Gartenjahr im Wurzelwerk gemütlich ausklingen. Dank bester Feuerholz-Versorgungslage, konnten wir dem nasskalten Wetter trotzen und ein paar schöne Stunden im Garten verbringen.

Es kamen nochmal richtig viele alte & neue Gärtner*innen zusammen, um auf das erfolgreiche Gartenjahr anzustossen. Dank vereinter Organisationstalente waren wieder (wieder einmal) bestens ausgestattet.
Im Januar wird es dann erstmal etwas ruhiger werden, rund um unser Wurzelwerk. Aber spätesten ab Februar starten wir wieder mit neuem Elan in die Planung unserer zweiten gemeinschaftlichen Gartensaison.
Wer dabei sein möchte, kann sich schonmal den 04. Februar ab 18.00 Uhr notieren, da wird unser nächsten Wurzeltreff (höchstwahrscheinlich) im Coloradio/ Zentralwerk stattfinden.

14 Nov

Besuch von Schüler*innen im Garten

Am 2. November bekamen wir Besuch von Schüler*innen der Montessori-Schule Huckepack.

Gemeinsam mit einer Lehrerin und einem Bundesfreiwilligen beschäftigten sie sich im Rahmen dreier Projekttage mit der Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet und wie sie praktisch aussehen könnte.

An diesem Freitag schauten sie sich also das Wurzelwerk als einen Gemeinschaftsgarten an, wo Gregor ihnen zeigte und erklärte, wie wir dort versuchen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Sie halfen, neue Baum- und Struachpflanzungen anzugießen, bauten uns eine Kochstelle aus Backsteinen, in der Holz super effizient verbrannt wird (Rocket Stove) und wir kochten gemeinsam eine leckere Gartensuppe.

Danach machten Sie sich auf, um Müll an der Elbe zu sammeln und setzten gemeinsam einen Vertrag auf, in dem sie sich gegenseitig dazu verpflichten, sich bis Weihnachten intensiv damit zu beschäftigen, wie sie nachhaltiger konsumieren und weniger Abfall erzeugen können.

21 Okt

Nisthilfen für Wildbienen, Vögel und Igel

Gestern fand unser Nisthilfen-Workshop statt: Naturpädagoge Gauthier Saillard erklärte uns, warum Wildbienen, Vögel, Igel und co für unsere Natur – und damit unser eigenes Überleben – aber auch für die Funktion unserer Gärten so wertvoll sind: Die einen bestäuben unsere Pflanzen und sind selbst Nahrung für wichtige andere Lebewesen, die anderen fressen Schädlinge und bringen in geringem Maße Dünger ein. Das zeigte Gauthier uns auch anhand eigener toller Naturfotos.

Dann erklärte er uns, welche Art von Bepflanzungen und Unterkünften diese Tiere anlockt und hilft, sie im Garten anzusiedeln. Daraufhin bastelten und bauten wir Bienenhotels, Vogelhäuser und Igelunterkünfte aus lokalen Naturmaterialien.

Zu den Bienenhäusern erklärte Gauthier uns, dass die häufig verwendeten angebohrten Holzscheite nur sehr wenig funktionieren, weil sie Risse bilden und dann für die Bienenlarven nicht mehr sicher genug bewohnbar sind. (Bei wildbee.ch ist die wichtige Problematik sehr klar beschrieben, dass die meisten Insektenhotels und andere künstliche Nisthilfen den Bienen mehr schaden, als nützen.) Stattdessen bastelten wir sie aus verholzten Stengeln des japanischen Staudenknöterichs, der als invasive Pflanze mittlerweile an allen Ecken der Stadt zu finden – und dafür sehr wertvoll ist. Wir hängten sie in Ecken des Gartens auf, an denen nicht so oft Menschen vorbeikommen und richteten die Eingänge nach Südosten aus, weil die Bienen so die beste Sonne bekommen. Auch einfache Haufen aus organischen Materialien, wie Blättern, Ästen, Zweigen usw. sind, ob groß oder klein, eine gute Behausung für einige Wildbienenarten und viele andere Insekten.

Vogelhäuser brauchen möglichst Einfluglöcher in möglichst passender Größe, je nachdem, welche Vogelarten man erwartet. Wir verwendeten keine Plastik oder Dachpappe für das Dach, weil beides energieintensive, nichtkompostierbare Erdöl-Produkte sind und das Holzdach für sich auch eine Weile hält und nach ein paar Jahren einfach ausgetauscht werden kann.

Igelunterkünfte bastelten wir aus hölzernen Obstkisten, die jeden Tag von Lebensmittelhändlern weggeworfen werden. Sie werden ebenfalls an nicht allzu oft begangenen Orten kopfüber aufgestellt, ein Eingang hineingesägt, der auch nach Südosten ausgerichtet wird und das Ganze dann mit Blättern, Zweigen oder Stroh eingepackt. Von den Baumaterialien kann man auch noch welche daneben liegen lassen, damit der Igel es sich damit drinnen selbst gemütlich machen kann.

Mit diesem wunderschönen Sonnentag – der aber auch endlich mal kalt war – schlossen wir die Workshop-Saison für dieses Jahr dankbar ab.

15 Okt

Ein heißer Kompost, ein heißes Thema und eine kalte Badewanne

Am Samstag fand unser Kompost-Workshop statt. Dazu hatten wir uns Katja Sonnig von der BUND Jugend eingeladen. Sie brachte zusätzlich zum allgemeinen Kompostieren Erfahrungen und kritische Gedanken zum Thema Terra Preta mit. Zusammen mit Gregor, der KnowHow zum Thema Heißrotte-Kompost und Bokashi einbrachte, führte sie die Teilnehmenden durch die verschiedensten Ansätze und Möglichkeiten des Kompostierens.

Zusammen setzten wir einen Heißrotte-Kompost auf, der aus einer guten Mischung aus kohlenstoff- und stickstoffreichen Materialien besteht, auch Zweige und Stängel enthält, um eine gute Belüftung zu gewährleisten, außerdem Gartenerde, um Tonanteile hinzuzufügen, Gesteinsmehl um Wohnraum für Mikroorganismen zu bieten und mit fertigem Kompost, sowie selbstgemachten Fermenten angereichert wurde, um Mikroorganismen, Enzyme und Bodentiere einzubringen.

Die haben gleichmal ordentlich losgelegt und unseren Kompost in den ersten zwei Tagen, wie erwartet, auf ungefähr 60 Grad hochgeheizt. So werden Beikrautsamen und unerwünschte Bakterien gleich abgetötet, während aus den vielen Zutaten frischer Kompost wird.

Das Thema Terra Preta ist noch heißer, als unser Kompost: Als uralte Form des Bodesaufbaus in (sub)tropischen Zonen der Erde können wir viel davon lernen. Katja und Gregor erklärten aber auch, dass in unserer Klimazone andere Aufbauprozesse wichtiger sind, da unsere Böden auch Humus in Form von „normalem“ Kompost gut einbinden können. Außerdem warnten sie davor, die für Terra Preta notwendige Holzkohle selbst herzustellen: Wenn Verkohlung nicht unter den genau richtigen Bedingungen passiert, entstehen krebserregende Stoffe, die nicht konzentriert in den Boden gelangen sollten.

Eine andere Spezialform des Kompostierens ist der Bokashi, bei dem das Kompostgut unter Luftabschluss von Mikroorganismen vergoren wird. Dadurch geht weniger Masse und Energie verloren und die Umsetzung geht viel schneller, als beim Kompost. Nachteil ist, dass die Hitzeinwirkung ausbleibt, die der Bokashi dafür mit Säurebildung ausgleicht.

Ein paar Fleißige setzten hinterher noch eine besondere Form des Bokashi an: Einmal in einem Eimer und einmal in einer Badewanne pressten wir mit Braunfäule befallene Pflanzenteile zusammen, und füllten sie mit Wasser und Fermenten auf, damit sie der Luftabschluss und die bakterielle Aktivität die Schadpilze abtöten. Hinterher können wir die Reste dann im normalen Kompost nutzen und müssen die wertvolle Biomasse nicht entsorgen.