15 Okt

Ein heißer Kompost, ein heißes Thema und eine kalte Badewanne

Am Samstag fand unser Kompost-Workshop statt. Dazu hatten wir uns Katja Sonnig von der BUND Jugend eingeladen. Sie brachte zusätzlich zum allgemeinen Kompostieren Erfahrungen und kritische Gedanken zum Thema Terra Preta mit. Zusammen mit Gregor, der KnowHow zum Thema Heißrotte-Kompost und Bokashi einbrachte, führte sie die Teilnehmenden durch die verschiedensten Ansätze und Möglichkeiten des Kompostierens.

Zusammen setzten wir einen Heißrotte-Kompost auf, der aus einer guten Mischung aus kohlenstoff- und stickstoffreichen Materialien besteht, auch Zweige und Stängel enthält, um eine gute Belüftung zu gewährleisten, außerdem Gartenerde, um Tonanteile hinzuzufügen, Gesteinsmehl um Wohnraum für Mikroorganismen zu bieten und mit fertigem Kompost, sowie selbstgemachten Fermenten angereichert wurde, um Mikroorganismen, Enzyme und Bodentiere einzubringen.

Die haben gleichmal ordentlich losgelegt und unseren Kompost in den ersten zwei Tagen, wie erwartet, auf ungefähr 60 Grad hochgeheizt. So werden Beikrautsamen und unerwünschte Bakterien gleich abgetötet, während aus den vielen Zutaten frischer Kompost wird.

Das Thema Terra Preta ist noch heißer, als unser Kompost: Als uralte Form des Bodesaufbaus in (sub)tropischen Zonen der Erde können wir viel davon lernen. Katja und Gregor erklärten aber auch, dass in unserer Klimazone andere Aufbauprozesse wichtiger sind, da unsere Böden auch Humus in Form von „normalem“ Kompost gut einbinden können. Außerdem warnten sie davor, die für Terra Preta notwendige Holzkohle selbst herzustellen: Wenn Verkohlung nicht unter den genau richtigen Bedingungen passiert, entstehen krebserregende Stoffe, die nicht konzentriert in den Boden gelangen sollten.

Eine andere Spezialform des Kompostierens ist der Bokashi, bei dem das Kompostgut unter Luftabschluss von Mikroorganismen vergoren wird. Dadurch geht weniger Masse und Energie verloren und die Umsetzung geht viel schneller, als beim Kompost. Nachteil ist, dass die Hitzeinwirkung ausbleibt, die der Bokashi dafür mit Säurebildung ausgleicht.

Ein paar Fleißige setzten hinterher noch eine besondere Form des Bokashi an: Einmal in einem Eimer und einmal in einer Badewanne pressten wir mit Braunfäule befallene Pflanzenteile zusammen, und füllten sie mit Wasser und Fermenten auf, damit sie der Luftabschluss und die bakterielle Aktivität die Schadpilze abtöten. Hinterher können wir die Reste dann im normalen Kompost nutzen und müssen die wertvolle Biomasse nicht entsorgen.