– Grafik: adaptiert von David Holmgren: holmgren.com.au –

Seit über vierzig Jahren gibt es jetzt die Idee der Permakultur, die kluge Methoden aus verschiedenen Bereichen mit ethischen Grundlagen zusammenbringt, um ganzheitlich nachhaltige Lebensumgebungen zu schaffen. Was die Begründer Bill Molisson und David Holmgren sich Ende der Siebziger Jahre vor allem in Bezug auf Landwirtschaft überlegt haben, wenden mittlerweile immer mehr Menschen auf alle Bereiche des menschlichen Lebens an. Kein Wunder: Die Klimakatastrophe, Energie- und Wirtschaftskrisen und nicht zuletzt Pandemien machen deutlich, dass wir als Gesellschaft alle unsere Lebensbereiche grundlegend verändern müssen, um weiter auf dem Planeten leben zu können.

 

Am Samstag hatten wir Vera Hemme von der Permakultur Akademie eingeladen, an einem Tag die Grundlagen des komplexen Ansatzes der Permakultur zu erklären. Der Workshop fand diesmal nicht im Wurzelwerk, sondern im hechtgruen statt – weil wir das Wurzelwerk für das ganze Wochenende der Permakultur Akademie für ein Kurs überlassen hatten: Im Rahmen der Weiterbildung Permakultur Design kam eine Kursgruppe, zusammengesetzt aus Teilnehmer:innen aus verschiedenen Regionen, von Donnerstag bis Sonntag in Wurzelwerk. Die Weiterbildung dauert ein bis drei Jahre und die Teilnehmer:innen haben die Grundlagen der Permakultur vorher schon in einem 72-Stunden-Kurs gelernt.

 

Nun hatte Vera bei unserem Workshop im hechtgruen die Aufgabe, das in acht Stunden zusammenzufassen. Sie erklärte zunächst, dass das Konzept auf den drei ethischen Grundlagen

  • Earth Care (Ökologische Nachhaltigkeit),
  • People Care (Soziale Nachhaltigkeit) und
  • Fair Share (Ökonomische Nachhaltigkeit)

beruht und wie dabei systemische, prozesshafte Gestaltungsansätze angewandt werden, um Gärten, genau wie Bildungsangebote, Wirtschaftssysteme oder das persönliche Leben so gestalten zu können, dass sie in Einklang mit der menschlichen und nichtmenschlichen Umwelt kommen können.

 

Grundlage einer nachhaltigen Gestaltung ist immer eine ausführliche Beobachtung: Wie funktioniert das System, das gestaltet werden soll, im Moment (was passiert zum Beispiel bisher auf der Fläche), welche Schwierigkeiten und Potenziale hat es, welche inneren Logiken – und welche Vorbilder gibt es in der Natur, solche Systeme nachhaltig zu gestalten.

 

Als Hilfsmittel für die anschließende Gestaltung sind verschiedene Permakultur-Gestaltungsprinzipien entstanden. Die Methoden, die man dabei für die Konzeption, Umsetzung und Verbesserung anwendet, wurden und werden aus hilfreichen Ansätzen des Projektmanagements, der Landschaftspflege, Psychologie und anderen Feldern adaptiert und in ganzheitliche Prozessmodelle gebracht.

 

Vera ging die Schritte eines ganzheitlichen Gestaltungsprozesses mit uns durch, wobei klar wurde, dass die Prozessmodelle nicht von irgendwoher kommen, sondern viel von dem widerspiegeln, was man oft „gesunder Menschenverstand“ nennt, dabei aber Aspekte bewusst machen, die sonst oft hinten runter fallen.

 

Durch Beobachtungsübungen, Kleingruppenarbeiten, Übersicht gebende Tafelbilder, ergänzender Literatur und dem einen oder anderen erhellenden Pausengespräch (die werden in der Permakultur bewusst besonders unterstützt) konnten die Teilnehmenden das Konzept kennenlernen oder ihr Verständnis darüber vertiefen. Die Rückmeldungen waren sehr positiv, die Teilnehmer:innen haben viele Aha-Erlebniss gesammelt. Es scheint also gelungen zu sein, die wichtigsten Aspekte der Permakultur an einem Tag zu vermitteln.

 

Und da die Nachfrage drei mal so hoch war, wie die Anzahl der Plätze, die wir anbieten konnten, führte Vera den Workshop am Sonntag gleich nochmal mit einer neuen Gruppe durch 🙂

 

Wer sein Verständnis der Permakultur vertiefen möchte, dem seien die dreitägigen Einführungskurse, oder die zehn- bis 14tägigen Permakultur-Design-Kurse empfohlen, die ihr im Kurskalender der Permakultur-Akademie findet.